Videospieler: dumm und süchtig?
Ich möchte zum Thema einige eingene Erfahrungen schildern, die ich als Video-/Computerspieler gemacht habe.
Eines vorweg: Ich war nie süchtig (auch weit davon entfernt) und bin nicht dumm (bilde ich mir jedenfalls ein, aber immerhin habe ich es ja an die Uni geschafft). Aber ich habe gemerkt, welche anziehende Wirkung Videospiele haben können.
Bei mir handelte es sich vor allem um zwei Spiele: Command & Conquer und Simcity. Im folgenden beschränke ich mich bei den Schilderungen auf Command & Conquer, ein Spiel, in dem man Militäreinheiten führt und versucht, erfolgreich Schlachten zu schlagen. Ich habe das Spiel mit meinen WG-Mitbewohnern im Netzwerk gespielt (Internet ging damals noch nicht). Ab und zu haben wird uns abends zum Spielen an die Rechner gesetzt - und sie erst am frühen Morgen wieder ausgemacht. Denn wenn wir erst einmal angefangen hatten, konnten wir nicht mehr aufhören.
Wenn man dann aufhört, kann man noch sehr gut stundenlang über Strategien und Taktik philosophieren und die nächste Session kaum erwarten. Sobald ich mich allerdings nur wenige Minuten mit etwas anderem beschäftigt hatte, war das Bedürfnis, gleich wieder zu spielen, sofort weg. Man war wieder in der normalen Welt angekommen. Und die ist ja auch ganz schön. Interessiert haben mich Spiele im übrigen nur dann, wenn man irgendwie im Team spielen konnte. Schlachten gegeneinander haben mich immer gelangweilt.
Insofern kann ich bestätigen, dass Videospiele eine starke Anziehungskraft haben können, die man vielleicht auch "Suchtfaktor" nennen kann. Ob sie wirklich zu einer Sucht werden können (mit komplettem Rückzug aus dem sozialen Leben) weiß ich nicht, kann es mir aber vorstellen - gerade wenn man sonst wenig zu tun, zum Beispiel keine Arbeit hat.
Ob das allerdings ein Problem nur von Videospielen ist, möchte ich bezweifeln. Es scheint mir immer dann aufzutreten, wenn es die Möglichkeit gibt, in eine andere Welt abzutauchen. Ich kenne Berichte von Freunden, die in den Schulferien eine Woche lang Monopoly gespielt haben und genauso wenig aufhören konnten, wie andere bei Computerspielen. Der Unterschied ist sicherlich: beim Monopoly braucht man Mitspieler, bei Computerspielen simuliert sie der Rechner oder man findet sie im Internet. Daher ist mit Computerspielen und dem Internet der Zugang zum Suchtproblem "Spiel" natürlich deutlich erhöht.
Eine interessante Seite zum Thema habe ich hier gefunden.

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